Gericht hält früheren OpenAI-Ingenieur wegen mutmaßlicher heimlicher Aufnahmen in Haft

Gericht ordnet Haft für früheren OpenAI-Ingenieur an: Vorwurf heimlicher Aufnahmen in Meetingräumen, mögliche Saudi-Verbindung wird geprüft.

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Gericht hält früheren OpenAI-Ingenieur wegen mutmaßlicher heimlicher Aufnahmen in Haft
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Illustration mit KI erzeugt

Ein US-Gericht hat angeordnet, dass der frühere OpenAI-Ingenieur Abdulrahman Alfozan bis zum Prozess in Haft bleibt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in den Büros des Unternehmens versteckte Aufnahmegeräte installiert zu haben.

Ars Technica berichtete unter Berufung auf ein Schriftstück der US-Regierung und auf den Bericht von Business Insider über die Anhörung, dass Magistrate Judge Alex G. Tse dem Haftantrag am Montag stattgegeben hat. US-Staatsanwalt Craig Missakian hatte den Antrag am Sonntag eingereicht.

Die Haftanordnung regelt Alfozans Untersuchungshaft bis zum Prozess. Die zugrunde liegenden Vorwürfe sind weiterhin Behauptungen der US-Regierung.

Gerät in einem Raum für sensible Besprechungen gefunden

Laut dem Schriftstück entdeckte OpenAI etwa zwei Wochen, bevor Alfozan einen Flug aus den Vereinigten Staaten buchte, ein verstecktes Aufnahmegerät in einem Konferenzraum. Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Gerät habe dort zumindest mehrere Tage gelegen und sei während einer streng geheimen Besprechung mit Vertretern der US-Regierung aktiv gewesen.

Auch OpenAI-Führungskräfte trafen im Zeitraum rund um die Installation des Geräts Regierungsvertreter in diesem Raum, heißt es in dem Schriftstück.

Fotos, die angeblich von Alfozans iPhone stammen, zeigten mindestens ein weiteres verstecktes Aufnahmegerät. Andere Bilder sollen Eingangs- und Ausgangsanschlüsse an Fernsehern und elektronischen Geräten in mehreren OpenAI-Gebäuden dokumentiert haben, darunter einen weiteren Konferenzraum, der regelmäßig für sensible Gespräche genutzt wird.

Die Staatsanwaltschaft wirft Alfozan vor, die Geräte zu seinem eigenen wirtschaftlichen Vorteil, zur Unterstützung des Königreichs Saudi-Arabien oder aus beiden Gründen installiert zu haben. Die Regierung argumentiert, dass sie nicht feststellen muss, welches dieser mutmaßlichen Motive zutraf.

KI-Werkzeuge und Kontoprotokolle sind Teil des Falls

Das Schriftstück der Regierung beschreibt mehrere Formen digitaler Aktivität, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ihre Anklage stützen.

Alfozan soll einen Produktivitätsagenten von OpenAI gebeten haben, Konferenzräume zu finden, die sich für heimliche Aufnahmen eignen. Laut Berichten zeigen Protokolle außerdem, dass das persönliche ChatGPT-Konto seiner Frau genutzt wurde, um Änderungen zu recherchieren, mit denen versteckte Aufnahmegeräte bei Sprache aktiviert werden und sich fernsteuern lassen.

In einer separaten Anfrage soll Alfozan den Produktivitätsagenten genutzt haben, um zehn OpenAI-Mitarbeiter zusammenzustellen, die für ein informelles Treffen auf leitender Ebene mit saudischen Ministern infrage kämen. Die Anfrage bevorzugte laut Berichten leitende Mitarbeiter und verlangte für jeden vorgeschlagenen Namen eine Begründung.

Am 4. Oktober soll er auf einen iPhone-Ordner mit dem Namen Saudi Gov Docs zugegriffen haben. Der Inhalt des Ordners wurde im Schriftstück der Regierung nicht offengelegt.

Die Staatsanwaltschaft verwies außerdem auf WhatsApp-Unterhaltungen mit einem Mitglied der saudischen Königsfamilie. Das FBI stufte diese Nachrichtenwechsel als Anwerbungsaktivität ein. Die berichteten Nachrichten begannen 2025 und dauerten bis zum 5. Oktober an. In einem Austausch soll Alfozan mit „100“ geantwortet haben, nachdem ihm gesagt worden war, Saudi-Arabien brauche ihn mehr als die Vereinigten Staaten.

Festnahme vor einer geplanten Reise ohne Rückflug

Das FBI nahm Alfozan laut dem Schriftstück wenige Tage vor einer geplanten Abreise fest. Er hatte für sich, seine Frau und ihr Kind eine einfache Reise nach Riad gebucht; mutmaßlich war dabei ein von der saudischen Regierung finanziertes Ticket im Spiel.

Nach der Festnahme verließen seine Frau und sein Sohn die Vereinigten Staaten mit einem früheren Flug. Die Staatsanwaltschaft erklärte, ein Angehöriger des saudischen Militärs habe ihre einfache Business-Class-Reise nach Doha in Katar bezahlt.

Ermittler beschlagnahmten Alfozans saudischen Reisepass. Er lehnte es ab, Fragen des FBI zu beantworten, und verlangte einen Anwalt. Seine Frau soll den Ermittlern gesagt haben, sie habe ihr ChatGPT-Konto zuvor auf seinem Laptop geöffnet gesehen, als sie zum geplanten Umzug der Familie befragt wurde.

Staatsanwaltschaft sieht in ausländischer Unterstützung ein höheres Fluchtrisiko

Alfozan ist saudischer Staatsbürger und dauerhaft aufenthaltsberechtigt in den Vereinigten Staaten. Er zog 2009 in das Land, erwarb technische Abschlüsse am MIT und an der UC Berkeley und arbeitete rund zehn Jahre im Gebiet der Bay Area.

Laut dem Schriftstück stellte OpenAI ihn „im oder um Juli 2025“ als Ingenieur ein, mit einem Grundgehalt von 325.000 Dollar und einer Einstiegszuteilung von 2.200.000 Dollar in Gewinnbeteiligungseinheiten.

Die Staatsanwaltschaft führte diese Einkünfte, gemeldete saudische Bankkonten und die mutmaßlich andauernde Unterstützung durch die saudische Regierung als Gründe an, warum er sich bei einer Freilassung absetzen könnte. Obwohl das FBI seinen saudischen Reisepass einbehalten hat, argumentierte die Regierung, dass er Ersatzreisedokumente beschaffen könnte.

Der Haftantrag verwies außerdem auf die Strafverfolgung früherer Twitter-Mitarbeiter, denen vorgeworfen wird, für Saudi-Arabien spioniert zu haben. Die Staatsanwaltschaft nannte insbesondere Ali Alzabarah, dessen Anklage weiterhin anhängig ist. Ein saudischer Beamter soll ihm nach seiner Konfrontation durch Twitter bei der Organisation eines Flugs geholfen haben.

Die Regierung stufte Alfozans mutmaßliches Verhalten als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA ein. Wie berichtet, sieht die illegale Aufzeichnung der OpenAI-Besprechungen eine Höchststrafe von fünf Jahren vor, während die Staatsanwaltschaft erklärte, dass im Laufe der Ermittlungen schwerwiegendere Anklagen folgen könnten. Alfozan bleibt bis zum Prozess in Haft.

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Quellen

Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.

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