Illustration mit KI erzeugt
VMware Workstation und Fusion: Zwei Sicherheitslücken ermöglichen den Ausbruch aus der virtuellen Maschine
Broadcom fixt zwei kritische VMware-Lücken mit VM-Escape auf Host. Workstation und Fusion 25H2, 26H1 betroffen – Update auf 26H1u1 nötig.
Von künstlicher Intelligenz erzeugter Text, ohne menschliche Überprüfung veröffentlicht. KI-Transparenz
Broadcom hat kürzlich zwei Schwachstellen mit hohem Schweregrad in VMware Workstation und VMware Fusion behoben. Beide können es einem Angreifer mit administrativen Rechten innerhalb der virtuellen Maschine ermöglichen, Code auf dem Hostsystem auszuführen.
Die kritischere Schwachstelle, CVE-2026-59346, hat einen CVSS-Score von 9.3 und wird durch einen Integer Overflow verursacht. Bei der zweiten Schwachstelle, CVE-2026-59347, handelt es sich um einen Stack-based Buffer Overflow mit einem CVSS-Score von 8.1.
Betroffen sind die Versionen 25H2 und 26H1 beider Produkte. Die Fehlerbehebung ist in Release 26H1u1 enthalten. Alternative Workarounds neben dem Update sind nicht bekannt.
Zwei unterschiedliche Wege von der virtuellen Maschine zum Host
Gemeinsam ist beiden Schwachstellen, dass sie die Sicherheitsgrenze zwischen Gast und Host überwinden. Die Virtualisierung soll Software, die innerhalb einer virtuellen Maschine ausgeführt wird, vom Hostsystem isolieren. Unter bestimmten Bedingungen ermöglichen die beiden Fehler jedoch, diese Trennung zu umgehen.
Für CVE-2026-59346 muss der Angreifer bereits über lokale Administratorrechte im Gast verfügen. Außerdem muss die virtuelle Maschine einen virtuellen VMXNET3-Netzwerkadapter verwenden.
Der Fehler wird als Integer Overflow eingestuft. Allgemein tritt diese Klasse von Schwachstellen auf, wenn eine arithmetische Operation einen Wert erzeugt, der im vorgesehenen Wertebereich nicht dargestellt werden kann. Das Ergebnis kann Berechnungen zu Größen, Offsets oder Speicherzuweisungen verfälschen und dadurch ausnutzbare Bedingungen schaffen.
Es ist nicht bekannt, welcher konkrete Verarbeitungspfad in VMXNET3 den Fehler enthält oder welche technische Abfolge erforderlich ist, um ihn auszulösen. Die Auswirkungen sind jedoch eindeutig: Ein erfolgreicher Angriff kann zur Ausführung beliebigen Codes auf dem Host führen.
Auch CVE-2026-59347 setzt lokale Administratorrechte innerhalb der virtuellen Maschine voraus. Die Verwendung von VMXNET3 ist hierfür jedoch nicht angegeben. Es handelt sich um einen Stack-based Buffer Overflow, also um einen Schreibzugriff über die Grenzen eines auf dem Stack reservierten Speicherbereichs hinaus.
Eine erfolgreiche Ausnutzung ermöglicht die Codeausführung auf dem Host mit den Rechten des der virtuellen Maschine zugeordneten VMX-Prozesses. Weitere Details zur anfälligen Komponente, zu den Daten, die den Puffer erreichen, oder zu möglicherweise erforderlichen speziellen Konfigurationen liegen nicht vor.
Betroffene Versionen und verfügbares Update
Betroffen sind folgende Produkte und Versionszweige:
| Produkt | Angegebene anfällige Versionen | Fehlerbehebendes Release |
|---|---|---|
| VMware Workstation | 25H2, 26H1 | 26H1u1 |
| VMware Fusion | 25H2, 26H1 | 26H1u1 |
Detailliertere korrigierte Build-Nummern wurden nicht veröffentlicht. Außerdem ist nicht geklärt, ob Workstation und Fusion unterschiedliche Pakete oder separate Updatepfade für den Wechsel auf Release 26H1u1 verwenden.
Administratoren sollten daher den für die jeweilige Installation unterstützten Bereitstellungskanal prüfen und sich nicht ausschließlich am kommerziellen Versionsnamen orientieren. Nach dem Update sollte kontrolliert werden, ob das Produkt tatsächlich das korrekte Release ausweist.
Broadcom hat keine Workarounds angegeben. Das Deaktivieren von VMXNET3 könnte die Angriffsfläche möglicherweise auf CVE-2026-59346 beschränken. Diese Maßnahme wird jedoch nicht als offizielle Mitigation genannt und behebt CVE-2026-59347 nicht. Die entscheidende Maßnahme bleibt die Installation des Updates.
Das Risiko steigt, wenn Gastbetriebssysteme nicht vertrauenswürdigen Code ausführen
Die beiden Schwachstellen lassen sich offenbar nicht ohne direkten Zugriff auf die virtuelle Maschine aus der Ferne ausnutzen. Der Angreifer muss zunächst lokale Administratorrechte im Gast erlangen. Diese Voraussetzung begrenzt die Angriffsfläche, macht das Risiko jedoch nicht vernachlässigbar.
Besonders gefährdet sind Labore, in denen nicht vertrauenswürdige Dateien oder Programme analysiert werden, Entwicklungsarbeitsplätze, gemeinsam genutzte Testumgebungen sowie virtuelle Maschinen, die von anderen Personen als dem Hostadministrator verwendet werden. Auch Schadsoftware, die bereits in den Gast gelangt ist, könnte versuchen, mithilfe einer weiteren Schwachstelle das zugrunde liegende System zu erreichen.
Die Folgen hängen von den auf dem Host erlangten Rechten ab. Bei CVE-2026-59347 entsprechen diese laut den vorliegenden Angaben den Rechten des VMX-Prozesses. Für CVE-2026-59346 werden die Auswirkungen allgemeiner als Ausführung beliebigen Codes auf dem Host beschrieben, ohne weitere Angaben zum letztendlichen Sicherheitskontext.
Eine Kompromittierung der Gast-Host-Grenze kann Daten und Zugangsdaten außerhalb der virtuellen Maschine offenlegen oder weitere Bewegungen im System ermöglichen. Dabei handelt es sich um potenzielle Szenarien: Es wurden weder Angriffsketten veröffentlicht noch Belege für reale Kompromittierungen im Zusammenhang mit den beiden Schwachstellen vorgelegt.
Keine öffentlichen Hinweise auf Angriffe, aber frühere KEV-Einträge mahnen zur Vorsicht
Broadcom hat keine Hinweise auf eine Ausnutzung von CVE-2026-59346 oder CVE-2026-59347 in freier Wildbahn gemeldet. Beide Schwachstellen sollen dem Anbieter vertraulich gemeldet worden sein.
Die beiden Kennungen erscheinen nicht im verfügbaren Auszug des Known Exploited Vulnerabilities-Katalogs der CISA. Daher sind weder ein Aufnahmedatum noch eine bekannte Frist für die Behebung durch Bundesbehörden angegeben. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass keine Angriffe stattfinden: Die abrufbaren Inhalte zeigen lediglich einen Teil der 26 Einträge im Zusammenhang mit VMware.
Der bisherige Umgang des Anbieters mit Schwachstellen erfordert dennoch Aufmerksamkeit. Mehr als zwei Dutzend VMware-Schwachstellen sind im KEV enthalten, der Fehler mit nachgewiesener Ausnutzung erfasst. Außerdem wurde CVE-2026-59310, die demselben Anbieter zugeschrieben wird, am 18. August 2026 in den Katalog aufgenommen.
Zu den unmittelbar relevanten früheren Fällen bei Desktop-Virtualisierungsprodukten gehören drei Schwachstellen, die am 4. März 2025 in den KEV aufgenommen wurden. Für alle drei galt der 25. März 2025 als Frist für Bundesbehörden:
- CVE-2025-22224, CVSS 9.3, betrifft ESXi und Workstation und ermöglicht über eine TOCTOU-Race-Condition den Übergang vom Gast zum VMX-Prozess;
- CVE-2025-22225, CVSS 8.2, ermöglicht es einem Angreifer, der den VMX-Prozess kontrolliert, beliebige Schreibzugriffe im ESXi-Kernel durchzuführen, und wurde in Ransomware-Kampagnen eingesetzt;
- CVE-2025-22226, CVSS 7.1, betrifft ESXi, Workstation und Fusion und ermöglicht aufgrund eines Fehlers in HGFS das Auslesen von Speicher des VMX-Prozesses.
Auch zu anderen VMware-Komponenten gibt es entsprechende Präzedenzfälle. CVE-2024-38812 und CVE-2024-38813, die vCenter Server betreffen, sind seit dem 20. November 2024 im KEV aufgeführt; als Frist galt der 11. Dezember 2024. CVE-2024-37085, eine in Ransomware-Kampagnen ausgenutzte Authentifizierungsumgehung in ESXi, wurde am 30. Juli 2024 aufgenommen; die Frist endete am 20. August 2024.
Diese Fälle belegen nicht, dass die beiden neuen Schwachstellen bereits angegriffen werden. Sie zeigen jedoch, dass VMware-Schwachstellen, die die Isolation oder Verwaltungssysteme kompromittieren können, tatsächlich ausgenutzt werden.
Diese Prüfungen sollten sofort durchgeführt werden
Als Erstes sollten alle Installationen von VMware Workstation und VMware Fusion erfasst werden, einschließlich solcher auf Entwicklungsarbeitsplätzen oder nicht zentral verwalteten Computern.
Administratoren sollten anschließend:
- Installationen der Versionen 25H2 und 26H1 identifizieren;
- über den von Broadcom unterstützten Weg auf Release 26H1u1 aktualisieren;
- prüfen, welche virtuellen Maschinen VMXNET3-Adapter verwenden, da diese für CVE-2026-59346 relevant sind;
- Gastbetriebssysteme priorisieren, in denen Benutzer oder administrative Prozesse nicht vertrauenswürdige Software ausführen;
- den erfolgreichen Abschluss des Updates auf jedem Host überprüfen;
- auch frühere VMware-Schwachstellen aus dem KEV in die Behebung einbeziehen.
Spezifische Indicators of Compromise, Erkennungssignaturen oder spezielle forensische Verfahren wurden nicht veröffentlicht. Ohne solche Informationen können sich die Prüfungen auf ungewöhnliches Verhalten von VMX-Prozessen, unerwartete Abstürze virtueller Maschinen und verdächtige Ausführungen auf dem Host konzentrieren, die mit administrativen Aktivitäten im Gast zusammenhängen. Diese Anzeichen belegen keine Ausnutzung, können jedoch eine weitergehende Analyse rechtfertigen.
Die operative Priorität ist klar: Wenn Workstation oder Fusion in den Versionen 25H2 oder 26H1 eingesetzt werden, sollte auf 26H1u1 aktualisiert werden. Da keine Workarounds verfügbar sind, bleiben bei einem Aufschub des Updates beide Wege für einen Ausbruch aus der virtuellen Maschine offen.
Quellen
Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.
In diesem Artikel behandelte CVEs
- CVE-2026-59310CRITICAL9.8VMware vCenter contains a directory traversal vulnerability in the Syslog server. A malicious actor with network access to vCenter may exploit this issue to execute arbitrary code.
- CVE-2024-38812CRITICAL9.8The vCenter Server contains a heap-overflow vulnerability in the implementation of the DCERPC protocol. A malicious actor with network access to vCenter Server may trigger this vulnerability by sending a specially crafted network packet potentially leading to remote code execution.
- CVE-2023-34048CRITICAL9.8vCenter Server contains an out-of-bounds write vulnerability in the implementation of the DCERPC protocol. A malicious actor with network access to vCenter Server may trigger an out-of-bounds write potentially leading to remote code execution.
- CVE-2025-22224CRITICAL9.3VMware ESXi, and Workstation contain a TOCTOU (Time-of-Check Time-of-Use) vulnerability that leads to an out-of-bounds write. A malicious actor with local administrative privileges on a virtual machine may exploit this issue to execute code as the virtual machine's VMX process running on the host.
- CVE-2025-22225HIGH8.2VMware ESXi contains an arbitrary write vulnerability. A malicious actor with privileges within the VMX process may trigger an arbitrary kernel write leading to an escape of the sandbox.
- CVE-2024-38813HIGH7.5The vCenter Server contains a privilege escalation vulnerability. A malicious actor with network access to vCenter Server may trigger this vulnerability to escalate privileges to root by sending a specially crafted network packet.
- CVE-2025-22226HIGH7.1VMware ESXi, Workstation, and Fusion contain an information disclosure vulnerability due to an out-of-bounds read in HGFS. A malicious actor with administrative privileges to a virtual machine may be able to exploit this issue to leak memory from the vmx process.
- CVE-2024-37085MEDIUM6.8VMware ESXi contains an authentication bypass vulnerability. A malicious actor with sufficient Active Directory (AD) permissions can gain full access to an ESXi host that was previously configured to use AD for user management https://blogs.vmware.com/vsphere/2012/09/joining-vsphere-hosts-to-active
- CVE-2022-22948MEDIUM6.5The vCenter Server contains an information disclosure vulnerability due to improper permission of files. A malicious actor with non-administrative access to the vCenter Server may exploit this issue to gain access to sensitive information.
