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Gitea unter Beschuss: Kritische RCE für Cryptojacking ausgenutzt, CISA verlangt Patch bis 28. August
CVE-2026-60004 in Gitea ermöglicht RCE für Cryptojacking. CISA verlangt Patch bis 28. August 2026 für US-Bundesbehörden nach aktiver Ausnutzung.
Von künstlicher Intelligenz erzeugter Text, ohne menschliche Überprüfung veröffentlicht. KI-Transparenz
Eine Code-Injection mit CVSS 9.8 landet im KEV-Katalog
Am 25. August 2026 hat die CISA CVE-2026-60004 in den Known Exploited Vulnerabilities Catalog aufgenommen, basierend auf Hinweisen auf aktive Ausnutzung. Die Schwachstelle betrifft Gitea, die selbst gehostete Open-Source-Git-Plattform, und wird als Code-Injection mit einem CVSS-Wert von 9.8 beschrieben.
Laut offizieller Beschreibung ermöglicht die Lücke einem Angreifer mit Schreibzugriff auf ein Repository, einen bösartigen Patch an den API-Endpunkt diffpatch zu senden. Ziel ist es, einen ausführbaren Git-Hook zu installieren und Shell-Befehle mit den Rechten des Gitea-Dienstkontos auszuführen.
Die CISA hat die Ausnutzung in freier Wildbahn bestätigt, aber keine Details zu Vorgehen oder Akteuren veröffentlicht. Auch ist nicht bekannt, ob die CVE in Ransomware-Kampagnen eingesetzt wird: Das Feld „Known To Be Used in Ransomware Campaigns“ lautet Unknown.
Der Vektor: offene Registrierung und Git-Hooks
Als Entdecker der Schwachstelle wird der Forscher Shai rod, auch bekannt als NightRang3r, genannt. Der Endpunkt diffpatch kann missbraucht werden, um vom Repository kontrollierte Inhalte in einen ausführbaren Git-Hook umzuwandeln. Von dort aus führt der Angreifer Befehle als Dienstkonto aus und umgeht Anwendungskontrollen.
Besonders gefährlich macht den Angriff die standardmäßig offene Registrierung von Gitea. Mit dieser Einstellung kann ein nicht authentifizierter Besucher ein Konto registrieren, ein Repository anlegen und die nötigen Schreibrechte für den Angriff erlangen. Es sind weder vorhandene Zugangsdaten noch privilegierte Zugriffe erforderlich.
Die betroffenen Versionen umfassen alle Gitea-Releases ab Version 1.17. Die Korrektur wurde in Version 1.27.1 bereitgestellt. Das CISA/NVD-Material listet die betroffenen Versionen nicht explizit auf; diese Angabe stammt aus der Hersteller-Empfehlung.
Cryptojacking auf einer persönlichen Instanz beobachtet
Eine kürzlich veröffentlichte unabhängige Analyse beschreibt einen konkreten Angriff auf eine persönliche Gitea-Instanz. Ein nicht identifizierter Akteur nutzte CVE-2026-60004, um einen Dropper für einen Cryptocurrency-Miner zu verteilen.
Der Vorfall wurde nach einer E-Mail des Hosting-Providers HOSTKEY entdeckt. Der Anbieter meldete, dass der virtuelle Server über einen längeren Zeitraum mehr als 70 % der CPU-Kapazität beansprucht hatte und damit gegen die Nutzungsbedingungen verstieß. HOSTKEY begrenzte die CPU-Ressourcen der VPS vorübergehend.
Die Konfiguration der kompromittierten Instanz war besonders exponiert: DISABLE_REGISTRATION stand auf false, REGISTER_EMAIL_CONFIRM auf false, ENABLE_OPENID_SIGNUP auf true und REQUIRE_SIGNIN_VIEW auf false. Gitea-SSH war nicht exponiert: Der Angriffsvektor verlief vollständig über HTTPS.
Vor der Auslieferung der Nutzlast führte der Dropper eine Reihe von Schritten aus: Bereinigen von LD_PRELOAD und LD_LIBRARY_PATH, Suche nach Prozessen mit hoher CPU-Last, Versuch, konkurrierende Prozesse zu beenden, Herunterladen der Nutzlast je nach Systemarchitektur, Schreiben auf die Festplatte und Ausführen, anschließendes Löschen der Datei. Die genaue Art der Second-Stage-Payload ist nicht bekannt: Es gibt keine bestätigten Informationen zu Mining-Pool, Wallet, Miner-Familie oder Betreiber. Der erhöhte CPU-Verbrauch bleibt konsistent mit einer Cryptojacking-Kampagne gegen verwundbare Gitea-Instanzen.
Es ist unklar, ob die CISA die CVE wegen dieses konkreten Angriffs in den KEV aufgenommen hat oder ob sie weitere Hinweise auf Ausnutzung gegen ungepatchte Gitea-Server gesammelt hat.
Mitigations und Fristen für Bundesbehörden
Die von der CISA geforderte Maßnahme ist die Umsetzung der Hersteller-Mitigations gemäß BOD 26-04 „Prioritizing Security Updates Based on Risk“ und den „Forensics Triage Requirements“. US-Bundesbehörden müssen die Behebung bis zum 28. August 2026 abschließen.
Für diesen Eintrag verlangt die CISA kein verpflichtendes forensisches Triage: Das Feld „Forensic triage required per BOD-26-04“ ist auf No gesetzt. BOD 26-04 legt jedoch weiterhin Pre-Patch-Kontrollen für Bundesbehörden fest, insbesondere für öffentlich erreichbare Assets.
Die wichtigste Mitigation ist das Update auf Gitea 1.27.1 oder neuer. Bei Cloud-Diensten müssen Organisationen die BOD-26-04-Richtlinien befolgen oder das Produkt außer Betrieb nehmen, wenn keine Mitigations verfügbar sind.
Obwohl in der Empfehlung nicht formal als Workaround genannt, zeigt die Analyse des Vorfalls, dass Instanzen mit offener Registrierung, deaktivierter E-Mail-Bestätigung, aktiviertem OpenID-Signup und Ansicht ohne Anmeldung besonders exponiert sind. Die Registrierung einzuschränken und eine E-Mail-Bestätigung zu verlangen, kann die Angriffsfläche verringern.
Ein KEV-Katalog unter Druck in den letzten Wochen
CVE-2026-60004 ist nicht der einzige aktuelle Eintrag im KEV-Katalog. Zwischen dem 18. und 24. August 2026 wurden mehrere kritische Schwachstellen mit engen Behebungsfristen aufgenommen: CVE-2026-65400 (CVSS 9.8) mit Frist 21. August, CVE-2026-55040 (CVSS 9.1) mit Frist 21. August, CVE-2026-73570 (CVSS 8.9) mit Frist 24. August und CVE-2026-21962 (CVSS 10) mit Frist 27. August.
Diese Abfolge zeigt einen wachsenden Druck auf Organisationen, Patch-Zyklen zu verkürzen. Die Frist zum 28. August für Gitea lässt Bundesbehörden nur drei Tage ab KEV-Aufnahme – ein besonders knappes Intervall, das zum Ansatz von BOD 26-04 für Hochrisiko-Schwachstellen auf öffentlich exponierten Assets passt.
Quellen
Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.
In diesem Artikel behandelte CVEs
- CVE-2026-72898CRITICAL10.0Metabase allows a remote, unauthenticated attacker to inject arbitrary SQL via the '/reset_password' database endpoint and gain administrator access to the connected Metabase instance.
- CVE-2026-21962CRITICAL10.0Vulnerability in the Oracle HTTP Server, Oracle Weblogic Server Proxy Plug-in product of Oracle Fusion Middleware (component: Weblogic Server Proxy Plug-in for Apache HTTP Server, Weblogic Server Proxy Plug-in for IIS). Supported versions that are affected are 12.2.1.4.0, 14.1.1.0.0 and 14.1.2.0.0
- CVE-2026-59310CRITICAL9.8VMware vCenter contains a directory traversal vulnerability in the Syslog server. A malicious actor with network access to vCenter may exploit this issue to execute arbitrary code.
- CVE-2026-33824CRITICAL9.8Double free in Windows IKE Extension allows an unauthorized attacker to execute code over a network.
- CVE-2026-65400CRITICAL9.8An authentication issue was addressed with improved state management. This issue is fixed in macOS Sequoia 15.7.9, macOS Sonoma 14.8.9, macOS Tahoe 26.6.1. An attacker on the network may be able to authenticate to Screen Sharing without valid credentials.
- CVE-2026-72529CRITICAL9.8A remote unauthorized attacker with network access via port 4307/TCP to the TrueConf server versions 5.3.X to 5.3.9, 5.4.X to 5.4.9, 5.5.X to 5.5.5, and earlier could execute an arbitrary script by calling an undocumented function.
- CVE-2026-64849CRITICAL9.3MLflow is an open source AI engineering platform for agents, large language models, and machine learning models. Prior to 3.15.0, the unauthenticated POST /api/2.0/mlflow/webhooks/{id}/test endpoint calls _validate_webhook_url() in mlflow/utils/validation.py only for the original URL while mlflow/we
- CVE-2026-55040CRITICAL9.1Weak authentication in Microsoft Office SharePoint allows an unauthorized attacker to bypass a security feature over a network.
- CVE-2026-72530CRITICAL9.0A remote unauthorized attacker with network access via port 4307/TCP to the TrueConf server versions 5.3.X to 5.3.9, 5.4.X to 5.4.9, 5.5.X to 5.5.5, and earlier could use a specially crafted script to break out of the isolated environment and execute arbitrary code on the host system.
- CVE-2026-73570HIGH8.9A remote code execution vulnerability exists in Zimbra Collaboration (ZCS) before 10.1.20 when the optional zimbra-snmp package is installed and SNMP notifications are enabled. Due to improper sanitization of untrusted input during SNMP notification processing, an unauthenticated attacker can send s
- CVE-2025-62593HIGH8.8Ray is an AI compute engine. Prior to version 2.52.0, developers working with Ray as a development tool can be exploited via a critical RCE vulnerability exploitable via Firefox and Safari. This vulnerability is due to an insufficient guard against browser-based attacks, as the current defense uses
