Illustration mit KI erzeugt
Ray im KEV-Katalog: Aktive Ausnutzung von KI-Entwicklungsumgebungen
Die CISA hat CVE-2025-62593 im KEV-Katalog aufgenommen. Ray-Schwachstelle erlaubt Remote Code Execution. Medusa-Ransomware erweitert Nutzung von KEV-Schwachstellen.
Von künstlicher Intelligenz erzeugter Text, ohne menschliche Überprüfung veröffentlicht. KI-Transparenz
Die Schwachstelle ermöglicht die Ausführung von Code aus der Ferne
Die CISA hat die Schwachstelle CVE-2025-62593 in Anyscale Ray in den Katalog der Known Exploited Vulnerabilities (KEV) aufgenommen, nachdem Hinweise auf eine aktive Ausnutzung eingegangen waren. Die Aufnahme erfolgte am 17. August 2026; für US-Bundesbehörden galt der 20. August 2026 als Frist zur Behebung.
Betroffen sind Versionen vor 2.52.0. Die Schwachstelle kann die Ausführung von Code aus der Ferne gegen Entwickler ermöglichen, die Ray als Entwicklungswerkzeug einsetzen. Sie weist einen CVSS-3.1-Wert von 8.8 mit folgendem Vektor auf:
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H
Der Score beschreibt einen aus der Ferne ausführbaren Angriff ohne erforderliche Berechtigungen, jedoch mit notwendiger Benutzerinteraktion. Die potenziellen Auswirkungen betreffen Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit des Systems.
Die Schwachstelle ist als CWE-94 (Code-Injection) und CWE-352 (Cross-Site-Request-Forgery-Angriffe) klassifiziert.
Wie der Browser Ray exponieren kann
Nach der verfügbaren technischen Beschreibung beruht das Problem auf unzureichendem Schutz gegen browserbasierte Anfragen. Ray stuft den HTTP-Header User-Agent als vertrauenswürdig ein, wenn er mit der Zeichenfolge Mozilla beginnt.
Diese Prüfung ist nicht ausreichend. Die Fetch-Spezifikation erlaubt es, den Header zu ändern, wodurch sich die Kontrolle umgehen lässt. Der Angriff kann mit DNS-Rebinding kombiniert werden. Dabei wird die DNS-Auflösung manipuliert, damit der Browser mit einem lokalen Dienst oder einer internen Umgebung kommuniziert, die vom Entwicklergerät aus erreichbar ist.
Das Ziel muss daher nicht unbedingt eine als Internetdienst veröffentlichte Ray-Instanz sein. Es genügt, dass ein Entwickler eine verwundbare Umgebung ausführt und mit vom Angreifer kontrollierten Inhalten oder Webseiten interagiert. Die verfügbaren technischen Informationen reichen nicht aus, um den abschließenden operativen Exploit-Schritt näher zu beschreiben.
Die im CVSS-Vektor angegebene Benutzerinteraktion mindert das Risiko für Teams nicht, die Ray während der Entwicklung, des Testens oder des Modelltrainings einsetzen. Ein kompromittierter Browser oder eine bösartige Webseite kann als Einstiegspunkt in die lokale Umgebung dienen.
RondoDox mit der Ausnutzung in Verbindung gebracht
Die Aktivitäten wurden dem Botnetz RondoDox zugeordnet, das als von Mirai inspirierte Variante beschrieben wird und auf die Kompromittierung verwundbarer Edge-Geräte ausgerichtet ist.
Nach einer BitSight zugeschriebenen Einschätzung verfügt RondoDox über 174 unterschiedliche Exploits. Die konkrete Verbindung zu CVE-2025-62593 wird jedoch weder durch Indicators of Compromise noch durch operative Details oder eine unabhängige Bestätigung der Zuordnung untermauert.
Entscheidend bleibt die Aufnahme in den KEV-Katalog: Für die CISA stellt die Schwachstelle kein rein theoretisches Risiko mehr dar. Organisationen, die Ray einsetzen, müssen eine bereits vor der Installation des Fixes erfolgte Kompromittierung in Betracht ziehen.
Die CISA fordert, die vom Anbieter angegebenen Gegenmaßnahmen umzusetzen, die risikobasierte Update-Priorisierung gemäß BOD 26-04 einzuhalten und die Anforderungen an die Forensics Triage zu befolgen. Falls keine Gegenmaßnahmen verfügbar sind, soll das Produkt nicht weiter verwendet werden.
Darüber hinaus sollte die Internet-Exponierung jedes Assets bewertet und die Systeme vor der Installation des Patches überprüft werden. Ein Update beseitigt zwar die Schwachstelle, entfernt jedoch keine möglicherweise bereits erlangten Zugänge.
Medusa weitet die Nutzung von KEV-Schwachstellen aus
Ein gemeinsames Advisory von FBI, CISA und HHS aktualisiert das operative Profil der Ransomware Medusa und nimmt zwei weitere ausgenutzte Schwachstellen auf:
- Fortra GoAnywhere MFT — CVE-2025-10035
- BeyondTrust Remote Support und Privileged Remote Access — CVE-2026-1731
Beide Schwachstellen befinden sich im CISA-KEV-Katalog und wurden in Ransomware-Kampagnen eingesetzt. CVE-2025-10035 hat einen CVSS-Wert von 10.0, CVE-2026-1731 einen Wert von 9.8. Die Aufnahme in den KEV erfolgte am 29. September 2025 beziehungsweise am 13. Februar 2026. Die Fristen für Bundesbehörden waren der 20. Oktober 2025 beziehungsweise der 16. Februar 2026.
Für beide Schwachstellen empfiehlt die CISA, die Gegenmaßnahmen des Anbieters umzusetzen, die anwendbaren Vorgaben der BOD 22-01 für Cloud-Dienste zu befolgen oder das Produkt nicht weiter zu verwenden, wenn keine Gegenmaßnahmen verfügbar sind.
Medusa nutzt außerdem:
- ScreenConnect — CVE-2024-1709, Umgehung der Authentifizierung;
- Fortinet EMS — CVE-2023-48788, SQL-Injection.
Auch diese Schwachstellen stehen im KEV und wurden in Ransomware-Kampagnen eingesetzt. Ihre Scores betragen 10.0 beziehungsweise 9.8. Die Fristen für Bundesbehörden waren der 29. Februar 2024 für CVE-2024-1709 und der 15. April 2024 für CVE-2023-48788.
In den vergangenen 90 Tagen wurden außerdem weitere Schwachstellen derselben Anbieter in den Katalog aufgenommen: CVE-2025-68686 am 27. Juli 2026 sowie CVE-2026-25089 und CVE-2026-39808 am 16. Juli 2026. Dies zeigt, dass Medusa in einem Ökosystem aktiv ist, in dem Produkte für Fernzugriff, Dateitransfer und Infrastrukturverwaltung weiterhin bevorzugte Ziele darstellen.
Über 500 Opfer und kontrollierte Exploit-Nutzung
Medusa ist eine seit Juni 2021 aktive Ransomware-as-a-Service-Operation. Spätestens seit Anfang 2023 nutzt die Gruppe ein Affiliate-Modell, bei dem externe Betreiber den Netzwerkzugang beschaffen oder die Angriffe durchführen.
Die Gruppe setzt auf doppelte Erpressung: Sie verschlüsselt Daten und droht mit der Veröffentlichung der gestohlenen Informationen. Bis April 2026 haben Behörden die Operation mit mehr als 500 Opfern in kritischen Infrastruktursektoren in Verbindung gebracht, darunter Gesundheitswesen, Bildung, Versicherungen, Technologie, Rechtswesen und Fertigung.
Die Affiliates nutzen Phishing, gestohlene Zugangsdaten und ungepatchte, öffentlich erreichbare Anwendungen. Initial Access Broker können je nach Wert des Zugangs zwischen 100 US-Dollar und 1 Million US-Dollar erhalten.
Medusa nutzt neu veröffentlichte Schwachstellen häufig sehr schnell aus. In einigen Fällen wurden Exploits bis zu eine Woche vor der Veröffentlichung beobachtet. Eigene Zero-Day- oder N-Day-Exploits der Gruppe sind dagegen nicht bekannt. Der frühzeitige Zugriff könnte von kriminellen Vermittlern oder aus Untergrundmärkten stammen.
Um den Erfolg eines Eindringens zu überprüfen, verwenden die Angreifer dynamische Interactsh-URLs unter folgenden Domains:
oast[.]site
oast[.]pro
oast[.]fun
Eine Subdomain kann den Namen des Opfers und eine zufällige Zeichenfolge enthalten, zum Beispiel:
<victim-name>.<random-33-alphanumeric-characters>.oast.site
Anfragen an diese Domains können auf einen Ausnutzungsversuch oder eine OOB-Prüfung durch die Angreifer hindeuten. Die vollständigen Indicators of Compromise sind in den aktualisierten STIX-Dateien des Advisories verfügbar.
Die operativen Prioritäten sind eindeutig: Ray auf Version 2.52.0 oder höher aktualisieren, die von Medusa ausgenutzten Produkte patchen, die Exponierung von Remote-Diensten reduzieren, Netzwerke segmentieren und in den Logs nach Anfragen an Interactsh-Domains suchen. Wurde ein Patch erst nach einer möglichen Exponierung installiert, sollte das Asset als potenziell kompromittiert behandelt und eine Threat-Hunting- sowie forensische Analyse eingeleitet werden.
Quellen
Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.
In diesem Artikel behandelte CVEs
- CVE-2025-10035CRITICAL10.0A deserialization vulnerability in the License Servlet of Fortra's GoAnywhere MFT allows an actor with a validly forged license response signature to deserialize an arbitrary actor-controlled object, possibly leading to command injection.
- CVE-2024-1709CRITICAL10.0ConnectWise ScreenConnect 23.9.7 and prior are affected by an Authentication Bypass Using an Alternate Path or Channel vulnerability, which may allow an attacker direct access to confidential information or critical systems.
- CVE-2026-1731CRITICAL9.8BeyondTrust Remote Support (RS) and certain older versions of Privileged Remote Access (PRA) contain a critical pre-authentication remote code execution vulnerability. By sending specially crafted requests, an unauthenticated remote attacker may be able to execute operating system commands in the co
- CVE-2023-48788CRITICAL9.8A improper neutralization of special elements used in an sql command ('sql injection') in Fortinet FortiClientEMS version 7.2.0 through 7.2.2, FortiClientEMS 7.0.1 through 7.0.10 allows attacker to execute unauthorized code or commands via specially crafted packets.
- CVE-2025-62593HIGH8.8Ray is an AI compute engine. Prior to version 2.52.0, developers working with Ray as a development tool can be exploited via a critical RCE vulnerability exploitable via Firefox and Safari. This vulnerability is due to an insufficient guard against browser-based attacks, as the current defense uses
