Großbritannien friert Vermögenswerte von Cryptomus wegen Krypto-Zahlungsabwicklung mit Russland-Bezug ein

Großbritannien sanktioniert Cryptomus wegen mutmaßlicher Krypto-Zahlungen mit Russland-Bezug: Guthaben eingefroren, Geschäftsverbot für britische Firmen.

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Großbritannien friert Vermögenswerte von Cryptomus wegen Krypto-Zahlungsabwicklung mit Russland-Bezug ein
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Illustration mit KI erzeugt

Das Vereinigte Königreich verhängte am 8. Oktober Wirtschaftssanktionen gegen die Krypto-Zahlungsplattform Cryptomus. Sie richten sich gegen eine Infrastruktur, der vorgeworfen wird, Zahlungen abzuwickeln, die der russischen Regierung und ihren Finanzinstituten zugutekommen.

Laut Berichterstattung von KrebsOnSecurity frieren die Maßnahmen Cryptomus-Vermögen ein, die bei britischen Banken liegen, und untersagen britischen Unternehmen, Geschäfte mit der Plattform zu machen, sei es in Kryptowährung oder über andere Kanäle.

Die Maßnahme betrifft Cryptomus, früher bekannt als Certa Payments und Xeltox Enterprises. Außerdem wurden VexPay, TokenSpot und der Dienst Tsunami Payments genannt. Forscher haben Cryptomus zudem mit Heleket in Verbindung gebracht, einem Zahlungsdienst, der sich nach einer von kanadischen Behörden verhängten Geldwäschestrafe über 176 Millionen CAD als paralleler Betrieb präsentierte.

Ein Zahlungsknotenpunkt für russische Börsen und illegale Dienste

Cryptomus entstand 2022 und wurde zum Zahlungsdienstleister für Dutzende russische Krypto-Börsen und Websites, die Dienste im Umfeld der Cyberkriminalität verkauften. Das geht aus einer im Dezember 2024 veröffentlichten Recherche von KrebsOnSecurity hervor.

Blockchain-Analysefirmen beschreiben die Aktivität der Plattform als über die Umgehung von Sanktionen hinausgehend. In einer vom Bericht zitierten Einschätzung vom 8. Oktober erklärte Chainalysis, Cryptomus und Heleket hätten sich zu bedeutenden Zahlungsknotenpunkten für illegale Transaktionen entwickelt. Über alle von dem Unternehmen erfassten Kategorien hinweg sollen die beiden Dienste mehr illegale Gelder erhalten haben als die Krypto-Mixer in dessen Datensatz.

Chainalysis zählte zudem mehr als 900 illegale Gegenparteien, die im Verlauf eines einzelnen Monats Ende 2025 mit den Plattformen interagierten. Diese Zahlen stammen von dem Analyseunternehmen und sind keine offiziellen Transaktionssummen des Vereinigten Königreichs.

TRM Labs schätzte im April 2026, dass Cryptomus seit dem Start 2022 mehr als 7 Milliarden USD an Transaktionen abgewickelt hatte. Dieser Betrag steht für das gesamte Transaktionsvolumen. Er ist nicht als Behauptung zu verstehen, dass alle 7 Milliarden USD illegal waren. TRM erklärte, sie habe Transaktionen identifiziert, die mit Anbietern von Missbrauchsmaterial (CSAM), mit Terrorismusfinanzierungsnetzwerken und mit Menschenhandelsoperationen in Verbindung stehen.

Laut derselben Einschätzung ging das Transaktionsvolumen nach der Einführung von Know-your-customer-Prüfungen durch Cryptomus stark zurück. TRM zufolge wurde Heleket anschließend als paralleler Dienst gestartet, der Zahlungsabwicklung ohne KYC-Anforderungen anbietet.

Ein Support-Mitarbeiter von Heleket hat auf Telegram bestritten, dass der Dienst mit Cryptomus verbunden ist. Die Berichterstattung von KrebsOnSecurity widerspricht dieser Darstellung auf Grundlage der Infrastruktur- und Unternehmensbelege, die sie geprüft hat.

Sanktionen könnten Abwicklung und Zugang zu Geldern stören

Die unmittelbaren Folgen treffen britische Finanzinstitute und Unternehmen. Banken, die betroffene Vermögenswerte halten, müssen diese laut den beschriebenen Maßnahmen einfrieren, während britischen Unternehmen untersagt ist, Dienstleistungen für Cryptomus zu erbringen.

Kunden und Börsen, die auf die Plattform angewiesen sind, könnten ebenfalls auf Zahlungsstörungen stoßen. In einem Telegram-Austausch am 8. Oktober erklärte ein Support-Bot von Cryptomus, der Dienst sei plötzlich nicht mehr in der Lage gewesen, Transaktionen abzuwickeln. Der Screenshot belegt eine gemeldete Unterbrechung zu diesem Zeitpunkt, nicht aber deren Umfang oder Dauer.

Der Blockchain-Ermittler Richard Sanders, der nach eigenen Angaben monatelang das Zahlungsnetzwerk der Plattform kartiert und mit deren Kunden Transaktionen durchgeführt hat, argumentierte, die britische Maßnahme könne eine unmittelbarere operative Wirkung haben als die kanadische Strafe. „Sanktionen bringen den Betrieb zum Erliegen“, schrieb er auf LinkedIn.

Sanders zufolge hat Cryptomus gegen die Strafe über 176 Millionen CAD Berufung eingelegt, Heleket gestartet und weiterhin erhebliche Transaktionsvolumina abgewickelt. Er beschrieb die britische Maßnahme außerdem als ersten bekannten Fall, in dem ein Five-Eyes-Staat ein Kryptowährungsunternehmen sanktionierte, das in einer anderen Five-Eyes-Jurisdiktion gegründet wurde. Diese Einordnung ist Sanders' Einschätzung.

Firmenunterlagen deuten auf eine undurchsichtige Betriebsstruktur hin

Die Recherche vom Dezember 2024 ergab, dass Cryptomus eine Adresse in Vancouver mit zahlreichen Devisenhändlern und Geldtransferunternehmen teilte, die von diesem Standort aus offenbar nicht physisch tätig waren.

Zum Zeitpunkt jener Recherche wurde die alleinige Gesellschafterin von Certa Payments als eine 25-jährige Ukrainerin identifiziert, die außerdem mehrere andere Unternehmen leitete. Eines davon war WS Management and Advisory Corporation, die sich als Lizenzierungsbehörde für Kryptowährungs-, Devisen- und Online-Glücksspielunternehmen ausgab, die in der Westsahara gegründet wurden.

Deren Website, crasadr.com, bewarb Unterstützung bei der Unternehmensgründung, bei Bankverbindungen, bei Glücksspiellizenzen und bei der Zulassung als Devisenmakler. Die frühere Domain von Certa Payments, certa[.]website, teilte sich einen Server mit zwölf weiteren Domains, darunter rasd-state[.]ws, die in der Recherche der „Central Reserve Authority of the Western Sahara“ zugeordnet wurde.

KrebsOnSecurity kam zu dem Schluss, dass die behauptete Autorität hinter diesen Finanzgeschäften offenbar auf erfundenen Institutionen und einer angeblichen Aufsichtsbehörde beruhte, die aus einem Gebiet agiert, das nicht allgemein als souveräner Staat anerkannt ist. Diese Schlussfolgerung ist die Analyse des Mediums auf Grundlage der Firmen- und technischen Unterlagen, die es geprüft hat.

Für britische Banken und Unternehmen besteht die praktische Priorität darin, Berührungspunkte mit Cryptomus sowie mit den Namen Certa Payments und Xeltox Enterprises zu ermitteln, ebenso mit VexPay, TokenSpot und Tsunami Payments. Heleket sollte als mutmaßlich paralleler Dienst behandelt werden, den Forscher und Ermittler damit verknüpfen, und nicht als eigenständige, formell gelistete Einheit vorausgesetzt werden.

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Quellen

Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.

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