Unbound-DNSSEC-Heap-Overflow bringt anfällige Resolver in Gefahr, dass Remote Code Execution möglich wird
Kritischer Heap-Overflow in Unbound vor 1.26.1: Manipulierter DNSKEY-Record ermöglicht DoS und RCE. Update auf 1.26.1 schließt neun Lücken.
Von künstlicher Intelligenz erzeugter Text, ohne menschliche Überprüfung veröffentlicht. KI-Transparenz
Illustration mit KI erzeugt
NLnet Labs hat eine kritische Schwachstelle zur Speicherbeschädigung in Unbound behoben, die über eine manipulierte DNS-Zone ausgelöst werden kann. Die Schwachstelle betrifft jede Unbound-Version vor 1.26.1 und kann auf einem anfälligen Resolver eine Denial-of-Service-Attacke oder Remote Code Execution ermöglichen.
Die unter CVE-2026-81642 geführte Schwachstelle erreicht einen CVSS-4.0-Wert von 9,1 und ist gemäß CWE-122 als Heap-basierter Buffer Overflow klassifiziert. Der Datensatz des CVE Program wurde am 16. September 2026 veröffentlicht und aktualisiert.
Unbound 1.26.1 enthält die Korrektur. Außerdem werden acht weitere CVEs behoben, darunter eine separate Schwachstelle zur Heap-Beschädigung, die in bestimmten Umgebungen die Codeausführung ermöglichen kann.
Manipulierter DNSKEY-Record kann den Heap-Speicher beschädigen
CVE-2026-81642 befindet sich im DNSSEC-Validator von Unbound, der für die Authentifizierung von DNS-Daten mithilfe kryptografischer Signaturen und Vertrauensketten zuständig ist.
Die anfällige Bedingung tritt ein, wenn Unbound einen speziell konstruierten DNSKEY-Record verarbeitet. Dessen Owner Name enthält einen DNS-Kompressionszeiger, der in die RDATA desselben Records weist, statt auf eine gültige externe Position. Beim Verarbeiten dieser fehlerhaften Struktur kann der Validator über den zugewiesenen Heap-Puffer hinaus schreiben.
Der Angreifer benötigt die Kontrolle über eine manipulierte DNS-Zone sowie eine Möglichkeit, den Ziel-Resolver von Unbound dazu zu bringen, diese Zone abzufragen. Der Angriff ist über das Netzwerk erreichbar und erfordert weder Zugangsdaten noch eine Interaktion des Benutzers.
Ein erfolgreicher Angriff kann den Resolver zum Absturz bringen und dadurch einen Denial of Service verursachen. Da der überschriebenen Speicherbereich vom Angreifer kontrollierte Daten enthält, gilt auch Remote Code Execution als möglich. Der vollständige von NLnet Labs vergebene CVSS-4.0-Vektor lautet:
CVSS:4.0/AV:N/AC:L/AT:N/PR:N/UI:N/VC:H/VI:H/VA:H/SC:H/SI:H/SA:H/E:U/U:Red
Der im maßgeblichen CVE-Program-Datensatz angegebene betroffene Bereich umfasst Unbound ab Version 0 bis zu allen Versionen vor 1.26.1. Dazu gehören 1.25.2 und 1.26.0, das am 4. August veröffentlicht wurde.
Ein Upgrade auf 1.25.1 reicht nicht aus. In dieser Version wurde CVE-2026-33278 behoben, eine andere kritische Schwachstelle im DNSSEC-Validator. CVE-2026-81642 war dagegen bis einschließlich 1.26.0 weiterhin vorhanden.
Keine Ausnutzung gemeldet
NLnet Labs hat keine Angriffe gemeldet, bei denen CVE-2026-81642 ausgenutzt wurde. Auch die verfügbaren CISA-Daten stuften den Ausnutzungsstatus als „none“ ein. Es wurde nicht bestätigt, dass die Schwachstelle im Katalog der Known Exploited Vulnerabilities der CISA enthalten ist, und es ist keine KEV-Frist für die Behebung bekannt.
Ebenso liegen keine gemeldeten Ausnutzungsindikatoren vor, nach denen Administratoren suchen könnten. Für die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle bleiben daher herkömmliche Resolver-Telemetriedaten relevant, darunter ungeklärte Abstürze, Neustarts, Fehler durch Speicherbeschädigung und verdächtige Abfolgen von Abfragen an unbekannte Zonen.
Das Fehlen bekannter Ausnutzung verringert die technischen Auswirkungen nicht. Ein Resolver kann während der normalen DNS-Auflösung von Angreifern kontrollierte autoritative Infrastruktur kontaktieren, und die Schwachstelle lässt sich ohne authentifizierte Verbindung zum Unbound-Dienst erreichen.
Yuqi Qiu meldete die Schwachstelle gemeinsam mit Xiang Li vom AOSP Lab der Nankai University am 11. August an NLnet Labs. NLnet Labs stellte am folgenden Tag einen Patch bereit, den der Melder am 13. August verifizierte. Beide Forscher werden als Entdecker genannt.
Version 1.26.1 schließt neun Sicherheitslücken
CVE-2026-81642 ist die schwerwiegendste von neun Schwachstellen, die in Unbound 1.26.1 behoben wurden. Bei mehreren weiteren Schwachstellen sind bestimmte Build-Flags, Protokoll-Listener oder Resolver-Konfigurationen erforderlich.
Die zweite Schwachstelle zur Speichersicherheit ist CVE-2026-82717, eine schwerwiegende Heap-Korruptionsschwachstelle, die während der CNAME-Synthese in einer Upstream-Antwort ausgelöst wird. Sie betrifft Versionen bis einschließlich 1.26.0 und kann einen Denial of Service verursachen. Auf bestimmten Systemen und bei bestimmten Kompilierungsoptionen ist möglicherweise auch Codeausführung möglich. Eine Ausnutzung wurde nicht gemeldet.
Die übrigen Korrekturen sind:
- CVE-2026-81634 mit einem Wert von 7,5 kann Versionen bis einschließlich 1.26.0 zum Absturz bringen, wenn ein 255 Zeichen langer Abfragename mit einer großen TCP-Antwort von einem manipulierten Nameserver oder einer manipulierten Antwort kombiniert wird.
- CVE-2026-77955 mit einem Wert von 4,4 betrifft Versionen von 1.13.2 bis einschließlich 1.26.0, wenn
zonemd-check: yesunterhalb eines Trust Anchors, nicht jedoch auf dessen Ebene, konfiguriert ist. Die Schwachstelle kann einen Denial of Service verursachen und kurzzeitig dazu führen, dass manipulierte Zonendaten ausgeliefert werden, bevor die ZONEMD-Prüfung erfolgt. - CVE-2026-78227 mit einem Wert von 6,5 betrifft Versionen von 1.22.0 bis einschließlich 1.26.0, die mit
--with-libngtcp2erstellt und mitquic-portkonfiguriert wurden. Als Auswirkung wird ein Denial of Service angegeben. - CVE-2026-80225 ermöglicht eine Beeinträchtigung des Dienstes durch einen anhaltenden Strom unterschiedlicher, nicht im Cache gespeicherter Namen, die über eine einzelne TCP- oder DNS-over-TLS-Verbindung gesendet werden.
- CVE-2026-82720 mit einem Wert von 5,9 betrifft Versionen von 1.12.0 bis einschließlich 1.26.0, die mit
--with-libnghttp2erstellt und mithttps-portkonfiguriert wurden. Die Schwachstelle kann einen begrenzten Denial of Service verursachen. - CVE-2026-85501 mit einem Wert von 5,3 betrifft Techniken zur algorithmischen Komplexität von ReTrap, darunter TagTrap, DelegationTrap, NsecTrap und AdditionalTrap. Manipulierte Zonen können diese Techniken nutzen, um die Leistung des Resolvers zu beeinträchtigen.
- CVE-2026-77860 ist eine Schwachstelle mit geringer Auswirkung, die Versionen von 1.20.0 bis einschließlich 1.26.0 betrifft. Der Pfad
serve-expiredkann eine Gegenmaßnahme gegen DNSBomb umgehen und zu einem pulsierenden Denial-of-Service-Verstärkungsangriff beitragen.
Im Rahmen der Behebung von ReTrap deaktiviert Unbound val-clean-additional nun standardmäßig. Daher werden DNSSEC-Daten im Additional-Abschnitt einer Antwort standardmäßig nicht mehr validiert.
Upgrade durchführen oder Hersteller-Patches anwenden
Administratoren sollten Unbound 1.26.1 installieren, statt sich auf Änderungen an der Konfiguration zu verlassen. NLnet Labs stellt für die korrigierte Version Quellcode, Prüfsummen, eine PGP-Signatur, Windows-Installationsprogramme und Windows-Binärdateien bereit.
Betreiber, die nicht sofort aktualisieren können, können einen Patch auf den Quellcode anwenden. Verfügbar sind unter anderem minimale und vollständige Patches für CVE-2026-81642 sowie kombinierte Patches, die alle neun Schwachstellen abdecken. Eine beispielhafte Installationsfolge lautet:
patch -p1 < patch_CVE-2026-81642_with.diff
make install
NLnet Labs hat die eigenständigen Patches für CVE-2026-81642 und CVE-2026-82717 gegen Unbound 1.26.0 getestet. Die Kompatibilität mit anderen Versionszweigen wurde nicht angegeben.
Die Deaktivierung der DNSSEC-Validierung sollte nicht als bestätigte Umgehungslösung betrachtet werden. Es gibt keine bestätigte Herstellerangabe dafür, dass diese Konfigurationsänderung den anfälligen Codepfad zuverlässig verhindert. Als dokumentierte Maßnahmen gelten ein Upgrade oder das Anwenden eines Patches.
Distributionspakete können hinter dem Upstream zurückbleiben
Dass ein Upstream-Fix verfügbar ist, bedeutet nicht, dass er bereits in jedem Betriebssystem-Repository enthalten ist. Debian führte unbound 1.26.1-1 am Donnerstag in unstable als behoben, während bookworm, trixie und forky weiterhin als anfällig markiert waren.
Administratoren sollten die tatsächlich auf jedem Resolver installierte Paketversion prüfen, statt sich ausschließlich auf den Status routinemäßiger Updates zu verlassen. Die Bestandsaufnahme sollte außerdem Appliances, eingebettete Deployments, Container und DNS-Dienste umfassen, die außerhalb der standardmäßigen Betriebssystem-Repositorys gepflegt werden.
Build- und Laufzeiteinstellungen müssen separat überprüft werden. Deployments mit --with-libngtcp2, --with-libnghttp2, quic-port, https-port, zonemd-check oder serve-expired sind weiteren Schwachstellen ausgesetzt, die in derselben Version behoben wurden.
Rekursive Resolver mit Internetzugriff und Systeme, die von nicht vertrauenswürdigen Benutzern beeinflusste Abfragen verarbeiten, sollten priorisiert werden. Nach dem Patchen sollten Betreiber bestätigen, dass der laufende Daemon – nicht nur die Paketdatenbank – Version 1.26.1 oder einen entsprechend gepatchten Build meldet.
Quellen
Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.
- PrimärquelleCVE Program
- The Hacker News
In diesem Artikel behandelte CVEs
- CVE-2026-33278Kritisch9.8NLnet Labs Unbound 1.19.1 up to and including version 1.25.0 has a vulnerability in the DNSSEC validator that enables denial of service and possible remote code execution as a result of deep copying a data structure and erroneously overwriting a destination pointer. An adversary can exploit the vuln
- CVE-2026-81634Hoch7.5In NLnet Labs Unbound up to and including 1.26.0, a 255 length query name with a large TCP response can lead to a heap buffer overflow during the RRSet canonicalisation routine. This is caused by missing to add the first owner name into the buffer length check. A malicious actor operating a maliciou
- CVE-2026-78227Mittel6.5NLnet Labs Unbound 1.22.0 up to and including 1.26.1, has a use-after-free vulnerability when compiled for DNS-over-QUIC support with '--with-libngtcp2'. Each DoQ stream owns an output buffer that holds the DNS response. ngtcp2's retransmission buffer keeps a shallow pointer into the output buffer f
- CVE-2026-82720Mittel5.9NLnet Labs Unbound 1.12.0 up to and including 1.26.0 has a use-after-free vulnerability when compiled for DNS-over-HTTPs support with '--with-libnghttp2'. During failure code paths (i.e., RPZ drop query, jostle due to heavy traffic), a dropped DoH stream brings down the whole DoH session and does no
- CVE-2026-80225Mittel5.3In NLnetLabs Unbound up to and including 1.26.0, a degradation of service vulnerability is present in the TCP/DoT reading procedure where there is no limit on consecutive reads. A malicious actor that can stream and sustain a rate of distinct uncached names over the TCP/DoT connection, monopolizes a
- CVE-2026-85501Mittel5.3Novel vulnerabilities to launch algorithmic complexity attacks on DNSSEC have been researched under the term 'ReTrap'. These result in degradation of service when malicious zones are used to serve the algorithmic complexity vulnerabilities. NLnet Labs Unbound up to and including 1.26.0 is vulnerable
- CVE-2026-77955Mittel4.4In NLnet Labs Unbound 1.13.2 up to and including 1.26.1, a vulnerability in ZONEMD configured zones (zonemd-check: yes) which are located below (but not at) a trust anchor allow for an attack window where (tampered with) zone contents are served (or stored to disk) prior to the ZONEMD integrity chec
- CVE-2026-77860Niedrig3.7In NLnetLabs Unbound 1.20.0 up to and including 1.26.0, a vulnerability on the 'serve-expired' code path can cause a double decrement on the 'wait-limit' counter per client IP essentially bypassing one of the counter measures that was introduced for DNSBomb (CVE-2024-33655). A malicious actor can ex
- CVE-2026-81642In NLnet Labs Unbound up to and including 1.26.0, a vulnerability was found in the DNSSEC validator that enables denial of service and possible remote code execution as a result of digesting DNSKEYs. A DNSKEY with an owner compression pointer to its own RDATA can overflow the digest buffer. Remote c
- CVE-2026-82717In NLnet Labs Unbound up to and including 1.26.0, a vulnerability was found in that can progressively corrupt heap memory and under certain systems and compilation options could lead to remote code execution. The vulnerability starts when CNAME synthesis during an upstream response needs to enforce(
