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PrettyPrague: PoC für einen Avast-Zero-Day mit SYSTEM-Rechten veröffentlicht
PoC PrettyPrague nutzt Zero-Day in Avast Sandbox für Zugriff auf SAM-Datenbank und SYSTEM-Rechte. Alle Versionen betroffen, kein Patch verfügbar.
Von künstlicher Intelligenz erzeugter Text, ohne menschliche Überprüfung veröffentlicht. KI-Transparenz
Der Sicherheitsforscher Chaotic Eclipse hat am 1. September 2026 PrettyPrague veröffentlicht, einen Proof-of-Concept-Exploit für eine Zero-Day-Schwachstelle in Avast Antivirus. Nach Angaben des Autors nutzt der Code die Komponente Avast Sandbox, um auf die Windows-SAM-Datenbank zuzugreifen und eine Shell mit SYSTEM-Rechten zu starten.
Die Kombination dieser beiden Auswirkungen macht das Problem potenziell kritisch: Die SAM-Datenbank enthält Informationen zu lokalen Konten, während SYSTEM die höchste Berechtigungsstufe auf einem Windows-Host darstellt. Eine CVE-ID, ein CVSS-Score, vollständige Details zu den erforderlichen Angriffsvoraussetzungen oder eine Bestätigung realer Ausnutzungskampagnen liegen bislang jedoch nicht vor.
Ebenso gibt es derzeit keine bekannten Patches, offiziellen Workarounds oder technischen Stellungnahmen von Gen Digital, dem Eigentümer von Avast.
PoC zielt auf die integrierte Avast-Sandbox
PrettyPrague greift die Avast Sandbox an, eine Funktion des Sicherheitsprodukts, mit der Code in einer kontrollierten Umgebung ausgeführt wird. Die Schwachstelle soll es ermöglichen, die vorgesehenen Isolationsgrenzen zu überwinden und auf geschützte Ressourcen des Betriebssystems zuzugreifen.
Beschrieben werden zwei Auswirkungen. Die erste besteht in der Extraktion der SAM-Datenbank (Security Account Manager), die Windows zur Verwaltung von Informationen über lokale Konten verwendet. Die zweite ist das Öffnen einer Shell mit SYSTEM-Rechten.
Eine solche Shell ermöglicht es einem Angreifer, die vollständige Kontrolle über den betroffenen Host zu übernehmen. Konkret könnte er Daten lesen oder verändern, Konfigurationen manipulieren, Sicherheitswerkzeuge deaktivieren und weitere Malware installieren. Besonders gefährlich ist die Schwachstelle daher, wenn sie in einer Phase nach einem bereits erlangten initialen Zugriff eingesetzt wird.
Unklar ist allerdings, welcher konkrete Teil der Sandbox verwundbar ist. Informationen zu Parametern, Systemaufrufen, den anfänglich erforderlichen Berechtigungen und der technischen Exploit-Kette fehlen. Ebenfalls offen ist, ob PrettyPrague die lokale Ausführung eines Programms, ein bereits authentifiziertes Windows-Konto oder weitere Voraussetzungen erfordert.
Der PoC zeigt einen Weg zur Privilege Escalation, dokumentiert für sich genommen jedoch keinen Remote-Angriffsvektor. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Die Erlangung von SYSTEM-Rechten kann die Kompromittierung eines Rechners abschließen, der Code muss jedoch zunächst im vom Exploit vorausgesetzten Kontext ausgeführt werden.
Betroffene Versionen: Allgemeine Gefährdung behauptet
Chaotic Eclipse zufolge funktioniert PrettyPrague gegen jede Version von Avast Antivirus. Versionsnummern, konkrete Builds oder genaue Bereiche betroffener Releases wurden nicht veröffentlicht. Daher lässt sich diese Aussage derzeit nicht in eine überprüfbare Produktmatrix der exponierten Systeme übertragen.
Der Forscher erklärt außerdem, das Verhalten auf vollständig aktualisierten Avast-Installationen sowie unter Windows 11 25H2, ebenfalls mit aktuellem Patchstand, beobachtet zu haben. Sollte sich dies bestätigen, reicht die Installation der derzeit verfügbaren Updates momentan nicht aus, um das Problem zu beseitigen.
Windows 11 25H2 ist die einzige ausdrücklich genannte Betriebssystemkonfiguration. Es ist nicht bekannt, ob der PoC unter anderen Windows-Versionen auf gleiche Weise funktioniert oder ob Unterschiede durch die Architektur, Unternehmensrichtlinien oder die Konfiguration der Sandbox entstehen.
Der Forscher äußerte zudem den Verdacht, dass AVG und Norton, die beide zu Gen Digital gehören, ebenfalls betroffen sein könnten. Dies ist jedoch nicht bestätigt. Ohne öffentliche Tests oder eine Stellungnahme des Herstellers wäre es nicht korrekt, diese Produkte automatisch als verwundbar einzustufen.
Vom Zugriff auf die SAM-Datenbank zur vollständigen Host-Kompromittierung
Der unbefugte Zugriff auf die SAM-Datenbank kann Informationen über die auf dem Rechner eingerichteten lokalen Konten offenlegen. Im Rahmen eines umfassenderen Angriffs könnten diese Informationen dem Angreifer dabei helfen, den Zugriff zu festigen oder weitere Aktivitäten gegen das System vorzubereiten.
Am schwerwiegendsten ist die Eskalation zu SYSTEM. Ein Prozess mit diesen Berechtigungen kann in zahlreichen Betriebsszenarien über die Beschränkungen gewöhnlicher Benutzer und Administratoren hinaus agieren. Er kann außerdem in die auf dem Host vorhandenen Sicherheitskontrollen eingreifen und dadurch die Persistenz des Angreifers erhöhen.
Das Risiko betrifft vor allem Workstations und andere Windows-Systeme, auf denen Avast Antivirus installiert ist und auf denen ein Angreifer den PoC ausführen kann. Besonders gefährdet sind gemeinsam genutzte Rechner, Systeme mit Zugriffsmöglichkeiten für nicht vollständig vertrauenswürdige Benutzer sowie Endpunkte, die bereits Malware mit eingeschränkten Rechten ausgesetzt sind.
Eine formale Einstufung der Schwachstelle liegt derzeit nicht vor. Ohne CVE und CVSS gibt es keine standardisierte Bewertung. Die fehlenden Angaben zu den Voraussetzungen verhindern zudem eine genaue Einschätzung der Ausnutzbarkeit. Die beschriebene Auswirkung bleibt dennoch erheblich.
Keine Bestätigung realer Angriffe oder Aufnahme in den KEV-Katalog
Die Veröffentlichung eines funktionierenden PoC verringert den Aufwand, der für die Analyse und Reproduktion einer Schwachstelle erforderlich ist. Sie beweist jedoch nicht, dass PrettyPrague bereits gegen Benutzer oder Organisationen eingesetzt wird.
Eine Ausnutzung in the wild wurde bislang nicht bestätigt. Es gibt keine bekannten zugeordneten Kampagnen, Opfer, verknüpften Malware-Samples oder Infrastrukturen zur Verbreitung des Exploits.
Unklar ist auch, ob die Schwachstelle in den Katalog Known Exploited Vulnerabilities (KEV) der CISA aufgenommen wurde. Das Fehlen einer CVE-ID erschwert außerdem die Nachverfolgung über gängige Vulnerability-Management-Systeme und die Zuordnung künftiger Hinweise.
Auch nutzungsfertige Indicators of Compromise liegen nicht vor. Es wurden keine Hashes, Dateinamen, Pfade, Windows-Ereignisse, spezifischen Prozesse oder Netzwerkverhaltensmuster im Zusammenhang mit PrettyPrague veröffentlicht. Sicherheitsteams müssen sich daher vor allem auf die Verhaltensanalyse stützen.
Chaotic Eclipse hat bereits Exploits für Sicherheitsprodukte veröffentlicht
Chaotic Eclipse ist auch unter den Aliasnamen INFINITE NIGHTMARE, MSNightmare und Nightmare-Eclipse bekannt. Der Forscher hat bereits weitere PoCs zu Zero-Day-Schwachstellen veröffentlicht und diese häufig mit Kritik am Umgang der Hersteller mit Sicherheitsmeldungen verbunden.
Ein wesentlicher Teil seiner Aktivitäten betraf Microsoft-Produkte, darunter Windows und Microsoft Defender. Zu den mit seinen Veröffentlichungen verbundenen Fällen zählen die als Undefend und RedSun Defender bezeichneten Zero-Days. Einige Schwachstellen aus früheren Veröffentlichungen wurden später bei realen Angriffen beobachtet.
Chaotic Eclipse hatte außerdem HardBreacher veröffentlicht, einen PoC für eine Privilege-Escalation-Schwachstelle in Kaspersky Endpoint Security. PrettyPrague setzt damit eine Reihe von Untersuchungen zu Software fort, die mit weitreichenden Berechtigungen arbeitet und Schutzfunktionen für Endpunkte bereitstellt.
Diese früheren Fälle belegen nicht, dass der neue Exploit bereits für bösartige Operationen eingesetzt wird. Sie rechtfertigen jedoch eine schnelle Prüfung des Codes und der technischen Angaben durch den Hersteller und die Forschungsgemeinschaft.
So lässt sich das Risiko bis zu einer Korrektur reduzieren
Gen Digital hat bislang weder einen Patch noch einen offiziellen Workaround genannt. Da der PoC angeblich auch auf aktualisierten Systemen wirksam ist, stellt die ausschließliche Installation der aktuellen Produktversionen keine nachgewiesene Gegenmaßnahme dar.
Organisationen, die Avast einsetzen, sollten zunächst die betroffenen Endpunkte erfassen und die offiziellen Hinweise von Gen Digital überwachen. Da die verwundbaren Builds nicht bekannt sind, sollte die anfängliche Bestandsaufnahme alle Installationen des Produkts umfassen. Die Schlussfolgerung sollte jedoch nicht automatisch auf AVG oder Norton ausgeweitet werden.
Es empfiehlt sich, nach ungewöhnlichen Prozessen zu suchen, die SYSTEM-Rechte erlangen, nach Shells, die von Avast-bezogenen Komponenten gestartet werden, sowie nach auffälligen Zugriffen auf Windows-Ressourcen im Zusammenhang mit der SAM-Datenbank. Jede Abweichung von der normalen Prozesskette des Produkts sollte überprüft werden, auch wenn keine spezifischen Indikatoren vorliegen.
Darüber hinaus sollten nicht autorisierte lokale Zugriffe eingeschränkt, die Möglichkeiten nicht vertrauenswürdiger Benutzer zur Codeausführung reduziert und, sofern verfügbar, Application-Control-Mechanismen eingesetzt werden. Der PoC sollte nicht auf Produktionssystemen ausgeführt werden, um deren Verwundbarkeit zu überprüfen. Tests gehören in isolierte und autorisierte Umgebungen.
Priorität hat die Verhinderung des für die Privilege Escalation erforderlichen Ausgangspunkts. Parallel sollten Sicherheitsverantwortliche auf überprüfbare Informationen zu betroffenen Versionen, Voraussetzungen, Erkennungsmöglichkeiten und korrigierenden Updates warten.
Quellen
Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.
