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PaperCut: Zwei ausgenutzte Zero-Days, doppelter Notfall-Fix
PaperCut veröffentlicht Notfall-Fixes für zwei Zero-Day-Schwachstellen CVE-2026-81578 und CVE-2026-82078 in Druckmanagement-Software. Angriffe erfordern sofortige Patches.
Von künstlicher Intelligenz erzeugter Text, ohne menschliche Überprüfung veröffentlicht. KI-Transparenz
Ein Bulletin und zwei Patches in 48 Stunden
Am 27. August hat PaperCut Software einen Sicherheitshinweis zu zwei Zero-Day-Schwachstellen in den Druckmanagement-Lösungen PaperCut NG und PaperCut MF veröffentlicht. Am nächsten Tag, dem 28. August, folgten zwei separate Notfall-Fixes. Der erste deckte die Versionen 25 und 26 ab. Der zweite, später am selben Tag veröffentlicht, fügte eine zusätzliche Härtung hinzu und wurde auch auf Version 24 ausgeweitet. PaperCut hat außerdem Indicators of Compromise (IoCs) bereitgestellt.
Ursprünglich ging man davon aus, dass die Angreifer nur eine Schwachstelle ausgenutzt hatten. Analysen von Huntress und WatchTowr haben inzwischen klargestellt, dass es sich um zwei getrennte Zero-Days handelt, die als CVE-2026-81578 und CVE-2026-82078 identifiziert wurden.
Zwei kombinierte Schwachstellen: Authentifizierungsumgehung und Laden von Klassen
CVE-2026-81578 ist ein Problem unsachgemäßer Zugriffskontrolle und wird als hoch eingestuft. Laut NVD-Beschreibung können im Web-Management-Interface von PaperCut MF und NG nicht authentifizierte Remote-Anfragen an administrative Funktionen Backend-Aktionen auslösen, bevor die Zugriffskontrollen abgeschlossen sind. Unter bestimmten Bedingungen kann ein Angreifer dadurch bestimmte Systemkonfigurationen ändern.
CVE-2026-82078 ist schwerwiegender: kritisch. Sie betrifft das unsichere dynamische Laden von Klassen in den Datenbank-Verbindungsdienstprogrammen. Die Anwendung instanziiert Datenbank-Treiberklassen anhand konfigurierbarer Namen, ohne diese gegen eine Allowlist genehmigter Treiber zu validieren. Wenn ein Angreifer die Konfigurationsparameter manipulieren kann – was durch die Authentifizierungsumgehung ermöglicht wird –, kann er beliebigen Java-Bytecode im Kontext des PaperCut-Serverprozesses ausführen.
Die Angriffskette ist klar: Zuerst wird die Authentifizierungsumgehung ausgenutzt, um die Konfiguration zu verändern, dann wird das dynamische Laden genutzt, um Code auf dem Server auszuführen.
Beobachtete Angriffe: Systemerkundung, keine sekundäre Nutzlast
Huntress hat Angriffe gegen mindestens zwei Kunden beobachtet. Die ersten Ausnutzungsversuche stammen vom 26. August, einen Tag vor dem offiziellen Bulletin. Die erkannte Aktivität konzentrierte sich auf die Systemerkundung. Es wurden keine sekundäre Malware, kein Command-and-Control-Traffic, keine zusätzliche Persistenz und keine Post-Exploitation-Aktivitäten durch den abgerufenen Payload festgestellt.
WatchTowr meldete, mehrere Patch-Umgehungen und eine weitere Schwachstelle zur Authentifizierungsumgehung identifiziert zu haben: Dies führte zur Veröffentlichung des zweiten Notfall-Patches. Attribution und Motive der Angreifer bleiben unbekannt.
Rund tausend Instanzen im Internet exponiert
Laut der ShadowServer Foundation sind derzeit etwa 1.000 PaperCut-Instanzen aus dem Internet erreichbar, die meisten davon in Nordamerika und Europa. Auch wenn die bisher beobachtete Aktivität auf Reconnaissance beschränkt war, ermöglicht die Kombination der beiden Schwachstellen eine vollständige Kompromittierung des Servers, Datenexfiltration, laterale Bewegung oder die Verbreitung von Ransomware. Die Kampagne könnte sich schnell weiterentwickeln.
Was zu tun ist: Patches, Härtung und Indikatoren
PaperCut empfiehlt dringend, die Notfall-Fixes anzuwenden. Der erste deckt die Versionen 25 und 26 ab; der zweite fügt Härtung hinzu und erstreckt sich auf Version 24. Eine offizielle Release, die beide CVEs behebt, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch in Arbeit. Das Advisory des Herstellers wird laufend aktualisiert.
Organisationen sollten das offizielle Advisory beobachten, die von PaperCut veröffentlichten IoCs zur Erkennung möglicher Kompromittierungen nutzen und die Internet-Exposition von PaperCut NG/MF-Instanzen einschränken, insbesondere wenn diese nicht aktualisierbar sind. Die CISA hat die beiden neuen CVEs noch nicht in den Katalog der bekannten ausgenutzten Schwachstellen (Known Exploited Vulnerabilities, KEV) aufgenommen.
Präzedenzfälle im KEV: drei Schwachstellen, zwei für Ransomware genutzt
Der KEV-Katalog enthält bereits drei Einträge für PaperCut, von denen keiner den neuen Schwachstellen entspricht. Zwei der drei sind dafür bekannt, in Ransomware-Kampagnen eingesetzt worden zu sein.
CVE-2023-27350 (CVSS 9.8) wurde am 21. April 2023 in den KEV aufgenommen, mit einer Frist zur Behebung für US-Bundesbehörden bis zum 12. Mai 2023. Sie ermöglicht Authentifizierungsumgehung und Codeausführung im Systemkontext.
CVE-2023-27351 (CVSS 7.5) wurde am 20. April 2026 in den KEV aufgenommen, mit Frist bis zum 4. Mai 2026. Auch dies ist eine Schwachstelle unsachgemäßer Authentifizierung und wurde in Ransomware-Kampagnen ausgenutzt.
CVE-2023-2533 (CVSS 8.4) ist eine CSRF-Schwachstelle, die am 28. Juli 2025 mit Frist bis zum 18. August 2025 in den KEV aufgenommen wurde. Sie wird nicht mit Ransomware-Kampagnen in Verbindung gebracht.
Für alle drei empfiehlt die CISA, die Minderungsmaßnahmen gemäß den Anweisungen des Herstellers anzuwenden, der BOD 22-01-Anleitung für Cloud-Dienste zu folgen oder das Produkt außer Betrieb zu nehmen, wenn keine Minderungsmaßnahmen verfügbar sind. Für CVE-2023-27350 besteht die erforderliche Maßnahme darin, Updates gemäß Herstellerangaben anzuwenden.
Diese Präzedenzfälle zeigen, dass PaperCut-Lösungen ein wiederkehrendes Ziel für Angreifer sind, einschließlich Ransomware-Gruppen. Das neue Zero-Day-Paar bestätigt das Risiko.
Quellen
Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.
In diesem Artikel behandelte CVEs
- CVE-2023-27350CRITICAL9.8This vulnerability allows remote attackers to bypass authentication on affected installations of PaperCut NG 22.0.5 (Build 63914). Authentication is not required to exploit this vulnerability. The specific flaw exists within the SetupCompleted class. The issue results from improper access control. A
- CVE-2026-81578CRITICAL9.8An improper access control vulnerability exists in the web management interface of PaperCut MF and PaperCut NG. Under specific conditions, unauthenticated remote requests targeting administrative functions can trigger backend actions prior to the completion of access validation checks. This allows
- CVE-2026-82078CRITICAL9.1An unsafe dynamic class loading vulnerability exists in the database connection utilities of PaperCut MF and PaperCut NG. The application instantiates database driver classes based on configurable driver names without validating against an allowlist of approved drivers. If an attacker can manipulate
- CVE-2023-2533HIGH8.4A Cross-Site Request Forgery (CSRF) vulnerability has been identified in PaperCut NG/MF, which, under specific conditions, could potentially enable an attacker to alter security settings or execute arbitrary code. This could be exploited if the target is an admin with a current login session. Exploi
- CVE-2023-27351HIGH7.5This vulnerability allows remote attackers to bypass authentication on affected installations of PaperCut NG 22.0.5 (Build 63914). Authentication is not required to exploit this vulnerability. The specific flaw exists within the SecurityRequestFilter class. The issue results from improper implementa
