Angreifer haben aus der Ferne den Abtauzyklus an Kühlsteuerungen mehrerer französischer Supermarktketten ausgelöst und dadurch die Lagertemperaturen steigen lassen, wie BleepingComputer am 12. Oktober 2026 berichtete. Laut dem Portal handelte es sich Berichten zufolge um Danfoss-Geräte mit älteren Versionen der Danfoss-Steuerungssoftware. Die Aktivität begann in der Nacht auf einen Sonntag, der Bericht nennt jedoch kein Kalenderdatum. Der Artikel nennt keine Informationen darüber, wie die Steuerungen kompromittiert wurden, und benennt die Angreifer nicht.
Umfang und namentlich genannte Opfer
BleepingComputer beruft sich für die Zahl von 250 bis 350 betroffenen Filialen sowie für „erhebliche finanzielle Verluste und Lebensmittelverschwendung“ auf nicht namentlich genannte „französische Medien“. Beträge nennt das Portal nicht. Die Angaben stützen sich somit auf eine einzige Quelle aus zweiter Hand.
Zwei Opfer werden von Verantwortlichen genannt, die im Artikel zitiert werden:
- Coopérative U: Präsident Dominique Schelcher bestätigte, dass seit der Vornacht ein Cyberangriff die Kühlanlagen in mehreren Filialen des U-Netzwerks betreffe. Laut BleepingComputer sagte er, die Belegschaft arbeite mit Kältetechnik-Spezialisten zusammen, und es werde eine Untersuchung durchgeführt. Den gezielten Angriff auf Geräte zur Lebensmittelkonservierung bezeichnete er als beispiellos und inakzeptabel.
- Leclerc: EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung Christophe Hansen verurteilte den Angriff und nannte Leclerc unter den Opfern, so BleepingComputer.
Die einleitende Opferliste des Artikels umfasst außerdem Intermarché, Carrefour Market, Monoprix und Super U. Das Portal ordnet diese Namen keiner bestimmten Stellungnahme zu.
Pariser Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein
Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte der AFP mit, sie habe Ermittlungen wegen eines „groß angelegten Cyberangriffs“ auf die Kühlanlagen mehrerer großer französischer Lebensmittelhandelsketten eingeleitet, schreibt BleepingComputer. Ziel sei es, die Opfer zu identifizieren und den Zusammenhang mit den gemeldeten Lebensmittelverlusten und „dem Ausbruch von Bränden“ zu klären.
Die Danfoss-Plattform und CVE-2025-41450
BleepingComputer weist darauf hin, dass die Danfoss-Plattform AK-SM 8xxA zur Steuerung von Kühl- und Klimaanlagen im Lebensmitteleinzelhandel eingesetzt wird. Welches Produkt oder welche Softwareversion bei diesen Angriffen betroffen war, nennt das Portal nicht, und es bringt den Vorfall auch nicht mit einer bestimmten Schwachstelle in Verbindung.
Der NVD-Eintrag zu CVE-2025-41450 beschreibt eine fehlerhafte Authentifizierung in der Danfoss-Serie AK-SM 8xxA, betroffen sind Versionen vor 4.2. Der Fehler ist als CWE-305 (Authentication Bypass by Primary Weakness) eingestuft. Danfoss hat als CNA den Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:H/PR:N/UI:R/S:C/C:H/I:L/A:H angegeben, woraus sich ein CVSS-Wert von 8,2 ergibt. NVD hat keinen eigenen Basiswert vergeben und führt den Eintrag als nicht zur Anreicherung vorgesehen. Der Eintrag wurde am 8. Mai 2025 veröffentlicht und am 17. Juni 2026 zuletzt geändert. Als einzige Referenz ist der Danfoss-Hinweis DSA-2025-03-01 aufgeführt.
BleepingComputer stuft die Schwachstelle unter Berufung auf eine CISA-Warnung vom Mai 2025 als hoch ein. Weder der Artikel noch der NVD-Eintrag belegen, dass CVE-2025-41450 gegen die französischen Händler eingesetzt wurde.
Betreiber von AK-SM-8xxA-Geräten können ihre Softwareversion mit dem im NVD-Eintrag genannten Grenzwert 4.2 vergleichen und für Abhilfemaßnahmen den Danfoss-Hinweis heranziehen.
Vorfall bei Ahold Delhaize separat gemeldet
Ahold Delhaize, einer der weltweit größten Lebensmittelhändler, teilte am Montag mit, dass nach einem „Cybersicherheitsvorfall“ einige Systeme vom Netz genommen wurden, berichtet BleepingComputer. Dem Artikel zufolge gibt es bislang keine Belege dafür, dass dieser Vorfall mit dem Angriff auf die Kühlanlagen zusammenhängt.




