FBI-Direktor Kash Patel teilte am Freitag mit, dass Ermittler bei einer Operation Anfang dieser Woche einen „weiteren mutmaßlichen Mittäter“ von ShinyHunters festgenommen haben. Die Festnahme erfolgt, während die Behörde mit dem Diebstahl von Daten nahezu der gesamten Belegschaft befasst ist, wie The Record berichtet.
Patel bezeichnete sie als jüngste Festnahme in einer Reihe von Verhaftungen, die innerhalb weniger Tage mit dem Netzwerk in Verbindung stehen. Das FBI arbeite mit Partnern zusammen, um die verbliebenen Strukturen der Gruppe zu zerschlagen und neuen Spuren nachzugehen, wohin auch immer die Mitglieder sich abgesetzt haben.
Das FBI beantwortete keine Anfragen nach Details. Die New York Times berichtete, die Festnahme sei in Pennsylvania erfolgt und der Verdächtige sei kanadischer Staatsbürger. Das FBI hat beide Angaben nicht bestätigt.
Frühere Festnahmen
The Record zufolge wurden in den vergangenen zwei Wochen mindestens zwei weitere mutmaßliche Mitglieder in Gewahrsam genommen. Ob diese Zahl auch Saif al-Din Khader einschließt, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Mehrere FBI-Quellen sagten Reuters am Samstag, Khader sei am 28. September in Jordanien festgenommen worden. Journalisten und Sicherheitsforscher hatten ihn zuvor als Schlüsselfigur der Gruppe benannt. Laut diesen anonymen Quellen soll er sich bereit erklärt haben, dem FBI und anderen Behörden beim Auffinden weiterer Mitglieder zu helfen.
Das FBI und die niederländische Nationalpolizei gaben außerdem öffentlich die Festnahme von Pepijn van der Stap bekannt, einem weiteren mutmaßlichen Mitglied. The Record nennt für diese Festnahme kein Datum.
Was die Eindringlinge erbeutet haben
ShinyHunters übernahm die Domain FBIjobs.gov und verunstaltete sie. The Record zufolge hat die Gruppe außerdem große Mengen sensibler Informationen über nahezu jeden FBI-Mitarbeiter abgezogen, nennt aber keine Anzahl der Datensätze.
Die Gruppe machte den Einbruch zunächst bekannt, indem sie Proben an Nachrichtenredaktionen weitergab. Laut The Record sollten die Proben belegen, dass die Gruppe Angaben über Agenten besitzt: Krankenakten, Privatadressen, Telefonnummern und die FBI-Bereiche, in denen die Agenten arbeiten. The Record schreibt nicht, dass die Redaktion die Proben selbst geprüft hat.
Auch Beamte lokaler Polizeibehörden, die in gemeinsamen Ermittlungsgruppen mit dem FBI arbeiten, sind betroffen. MS NOW berichtete, dass Tausende Datensätze über diese Beamten offengelegt wurden, eine genaue Zahl wurde jedoch nicht genannt.
Letzte Woche schickte das FBI den Mitarbeitern eine interne Mitteilung zu dem Einbruch. Darin wurde vor möglicher Gefahr für Mitarbeiter und deren Familien gewarnt.
Angegebene Ursache: ein ungepatchtes System
Reuters berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, das FBI habe den Einbruch auf einen nicht namentlich genannten Auftragnehmer von Accenture zurückgeführt, der ein verwundbares System nicht gepatcht habe. Der Auftragnehmer sei diese Woche entlassen worden, hieß es in demselben Bericht. Diese Angaben stammen von nicht genannten Quellen und sind offiziell nicht bestätigt.
Die Hacker haben eine andere Darstellung angeboten. Sie hatten zuvor behauptet, sie seien über eine Schwachstelle in Oracle-Software eingedrungen, auf die IT-Sicherheitsexperten im Juni hingewiesen hatten, so ein früherer Artikel von The Record. In der Berichterstattung wird keine CVE-Kennung genannt.
Was die Gruppe sagt
ShinyHunters erklärte gegenüber mehreren Nachrichtenmedien in Nachrichten, dass die Gruppe die gestohlenen Daten nicht veröffentlichen werde und den Streit mit dem FBI nicht eskalieren lassen wolle. Den Konflikt führte sie auf eine Warnmeldung des FBI über ihre Aktivitäten zurück, IC3 PSA260515, die sie bestreitet.
The Record berichtet, das FBI habe in den vergangenen zwei Wochen einen Großteil der Infrastruktur der Gruppe zerschlagen und Strafverfolgungsbehörden hätten Versuche vereitelt, ihre Plattformen wieder in Betrieb zu nehmen. Die Gruppe ist diese Woche zu Telegram zurückgekehrt. Am Freitagmorgen schrieb sie dort, sie werde nicht lange bleiben, und erklärte: „Mehrere unserer Mitglieder sollen vom FBI festgenommen worden sein.“




