Drei Rechenzentren von Yandex binnen einer Woche von Drohnen getroffen, russische Cloud-Dienste gestört

Drei Yandex-Rechenzentren wurden laut The Record binnen einer Woche von Drohnen getroffen. Yandex Cloud, E-Mail, Taxi und Zahlungen sind gestört.

Drei Rechenzentren von Yandex binnen einer Woche von Drohnen getroffen, russische Cloud-Dienste gestört
Cloud Security

Illustration mit KI erzeugt

Drei der sechs Rechenzentren von Yandex in Russland sind in der vergangenen Woche von Drohnen getroffen worden, wie Bericht von The Record meldet. Yandex zufolge ist ein Standort in Wladimir „vollständig abgeschaltet“, die übrige Infrastruktur dort sei instabil, und die Plattform laufe im Notbetrieb. Die Ausfälle sollen auch Kunden von Yandex Cloud sowie Verbraucherdienste wie E-Mail, Taxibuchung und Zahlungen erreicht haben.

Die drei Angriffe

  • Sassowo, Gebiet Rjasan. In der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober trafen Drohnen den Standort und lösten einen Brand aus. Yandex fuhr die Anlage herunter. Das Rechenzentrum wurde 2014 in Betrieb genommen. Laut Meduza beherbergt es zwei der drei KI-Trainingssupercomputer von Yandex.
  • Kaluga. Ein Angriff am 9. Oktober beschädigte einen Teil der Infrastruktur. Yandex teilte mit, dass keine Mitarbeiter verletzt wurden und Rettungskräfte vor Ort waren.
  • Wladimir. In der Nacht zu Sonntag traf ein Angriff die Anlage, in der der Supercomputer Galuschkin untergebracht ist. The Record beschreibt ihn als einen der leistungsstärksten in Russland.

Laut Kommersant, zitiert von The Record, beläuft sich die Gesamtkapazität der drei getroffenen Standorte auf etwa 115 MW. Ob Supercomputer beschädigt wurden, hat Yandex nicht mitgeteilt. Einen Zeitplan für die Wiederherstellung hat das Unternehmen ebenfalls nicht genannt: In einer Erklärung vom Freitag hieß es, eine solche Prognose zur Wiederherstellung der Rechenzentrumsausrüstung sei „sehr schwer“ zu geben. In derselben Erklärung bezeichnete das Unternehmen seine Rechenzentren als „eisernes Herz“.

Wer betroffen ist

Yandex Cloud bedient nach Angaben des Artikels Tausende Unternehmen. Das Unternehmen nannte in seinen Finanzangaben für das erste Halbjahr 2026 rund 64.000 Kunden Mitte 2026. Diese Zahl umfasst den gesamten Kundenstamm, und Yandex hat nicht mitgeteilt, wie viele Kunden von den Ausfällen betroffen waren.

Die russische Internetaufsichtsbehörde meldete laut Detector404 Probleme mit Yandex-E-Mail, Taxibuchung, Essensbestellung und Yandex Pay. Der Sprachassistent Alice und damit verbundene Smart-Home-Geräte sollen in manchen Haushalten nicht mehr funktioniert haben. Darüber hinaus wurden Berichten zufolge ein Dutzend oder mehr Drittanbieter-Dienste gestört, darunter Einzelhändler, Internetanbieter, ein Online-Angebot für Psychotherapie, Fitnessstudios und das russische Segment von TikTok.

Nach dem jüngsten Angriff riet Yandex Cloud-Kunden, Wiederherstellungspläne zu erstellen, die nicht allein auf dem Umschalten zwischen Teilen der eigenen Infrastruktur von Yandex Cloud beruhen.

Am Samstag hat Yandex laut RBC seine Nutzungsbedingungen geändert. Demnach ist die Haftung ausgeschlossen, wenn vertragliche Pflichten wegen Drohnenangriffen oder anderen Angriffen nicht erfüllt werden. Diese Änderung könnte einschränken, welche Entschädigung betroffene Kunden verlangen können.

Staatliche russische Medien berichten, Yandex habe Vereinbarungen mit Selectel, K2Cloud und VK Cloud getroffen, um Kunden beim schnelleren Umzug von Daten und Diensten zu unterstützen.

Moskaus Reaktion

Digitalminister Maksut Schadajew bezeichnete den Angriff als „beispiellos“. Sein Ministerium arbeite mit dem Verteidigungsministerium an Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit der Yandex-Anlagen, und beide Ministerien beraten, wie sie geschützt werden können.

Ein Schlagabtausch bei der digitalen Infrastruktur

The Record berichtet, die Ukraine habe die Angriffe durchgeführt. Die Zeitung beruft sich auf die öffentliche Bestätigung von Angriffen auf Rechenzentren in Russland durch Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie auf Medienberichte, die die Drohnen der Ukraine zuschreiben. Selenskyj bezeichnete die Angriffe als Vergeltung für russische Schläge gegen ukrainische Infrastruktur: „Wir antworten immer im gleichen Maß.“

Die russischen Angriffe, auf die er sich bezog, fanden Ende September statt. Mindestens sechs ukrainische Rechenzentren wurden beschädigt, darunter Anlagen von MiroHost, Parkovy, Data Group, Utels und Pautina. Auch Infrastruktur von Kyivstar und Ukrtelecom wurde getroffen. Ukrainische Behörden erklärten, ein Angriff am 23. September habe den Festnetz-Internetzugang für rund 100.000 Haushalte in Kiew und Umgebung unterbrochen. Moskau behauptet, ukrainische Rechenzentren hätten die Streitkräfte unterstützt.

Auch interessant

Quellen

Dieser Artikel ist eine eigenständige Aufbereitung auf Basis der folgenden Quellen.

Zurück zur Startseite

Aktuelle Cybersecurity-News

Alle Cybersecurity-News →