Die Threat-Intelligence-Firma Defused hat am 27. Oktober laut SecurityWeek Ausnutzungsversuche gegen eine neu geschlossene Schwachstelle in Oracle E-Business Suite (EBS) registriert. Die Aktivität richtete sich gegen CVE-2026-101767, eine kritische Schwachstelle, die Angreifer aus der Ferne über HTTP ohne Authentifizierung ausnutzen könnten.
Die Beobachtungen stammen von den EBS-Decoys von Defused. Das Unternehmen beschrieb die Aktivität als „explorative Exploits“ und lieferte damit Belege für Versuche gegen diese Systeme, nicht für bestätigte Kompromittierungen von Kundeninstallationen. SecurityWeek meldete keine weiteren Berichte über Ausnutzung in freier Wildbahn.
CVE-2026-101767 wird im Bericht von SecurityWeek als SQL-Injection-Schwachstelle in der Application Object Library von EBS beschrieben. Eine erfolgreiche Ausnutzung könnte Remote Code Execution und die vollständige Übernahme dieser Komponente ermöglichen. Der CVSS-Wert von 9,8 beschreibt den Schweregrad der Schwachstelle, belegt jedoch nicht, dass ein Angriff erfolgreich war.
Oracle hat die Schwachstelle im Critical Patch Update vom Oktober 2026 behoben, das ursprünglich am 20. Oktober veröffentlicht wurde, eine Woche vor den Beobachtungen von Defused. Oracle führt für CVE-2026-101767 die Forscher Horizon3.ai Brandon Peterson, Jimi Sebree und Noah King als Melder an.
Im Advisory sind die Oracle E-Business Suite Versionen 12.2.3–12.2.15 unter den Produkten aufgeführt, die von den im Oktober-Update behobenen Schwachstellen betroffen sind. Dies ist der produktbezogene Umfang des Updates und keine CVE-spezifische Liste betroffener Versionen.
Informationen zur Verfügbarkeit von Patches und zu Installationsanleitungen finden Kunden laut Oracle im E-Business Suite Patch Availability Document, auf das das Advisory verlinkt. Der Hersteller empfiehlt dringend, auf aktuell unterstützten Versionen zu bleiben und Sicherheitspatches ohne Verzögerung einzuspielen. Er verweist dabei auf Berichte über erfolgreiche Angriffe auf Kunden, die verfügbare Fixes nicht installiert hatten.




